Spielgerät des Indiaca ( Die Indiaca )

Indiaca - unser Sport

Indiaca bezeichnet ein Rückschlagspiel, welches auf südamerikanische Wurzeln zurückgeführt wird. Das Spiel ist eine Mannschaftssportart, die, ähnlich wie Volleyball, auf einem durch ein Netz getrennten Spielfeld gespielt wird. Spielgerät ist die gleichnamige Indiaca (s. Bild), die mit der flachen Hand geschlagen wird.

Geschichte

Es wird angenommen, dass Indiaca von den Ureinwohnern Südamerikas stammt. Dort existiert das Spiel unter dem Namen Peteca bereits seit einigen hundert Jahren als Volkssport. 1936 beobachtete der deutsche Sportlehrer Karlhans Krohn beim Spaziergang an der Copacabana Jugendliche beim Peteca-Spiel und führte es in Deutschland ein. Nach dem 2. Weltkrieg verbreitete sich Indiaca zuerst in der kirchlichen Jugendarbeit und im CVJM. 1972 wurde es vom Deutschen Sportbund als "Trimmgerät des Jahres" ausgezeichnet. Heinz Karl Kraus gelang es in der Folge, zahlreiche Vereine zu organisieren und diese in den DTB zu integrieren. Indiaca ist dort als eigenständiges Fachgebiet im Bereich der Turnspiele organisiert.

Techniken

Die balltechnischen Grundfertigkeiten ähneln denen des Volleyballspiels. Hierzu gehören: Aufschlag, Zuspiel von unten, Zuspiel von Oben, Schmettern, Blocken. Die korrekte Ausführung der Aufgabe sollte möglichst paarweise oder in kleinen Gruppen eingeübt werden. Sie ist der einfachste Schlag und für die Spieleröffnung wichtig. Außerdem wird sie beim Erlernen sämtlicher Techniken benötigt. Als nächstes sollte das Zuspiel von unten trainiert werden, da diese Technik dem Aufschlag sehr ähnlich ist und somit an das bereits Erlernte angeknüpft werden kann. Das Zuspiel von unten stellt einen defensiven Schlag dar, der sich zur Annahme von flachen und kurz gespielten Bällen eignet. Das Zuspiel erfolgt grundsätzlich einhändig. Im Unterricht kann das Zuspiel von unten zuerst wieder paarweise oder in kleinen Gruppen geübt werden. Später kann auch ein kleiner Wettkampf wie „Welche Gruppe kann den Ball am längsten in der Luft halten?“ stattfinden. Beim Erlernen des Zuspiels von oben kann man auf die gleichen Vermittlungsmethoden wie beim Zuspiel von unten zurückgreifen. Beachtet werden sollte, dass zuerst das gerade Zuspiel von oben geübt werden sollte und erst danach das Richtungsspiel.

Der wichtigste Schlag, um die Indiaca im gegnerischen Spielfeld zu platzieren, ist der Angriffsschlag oder auch das Schmettern. Er soll so gespielt werden, dass die gegnerische Mannschaft es schwer hat, den Ball zu erreichen. Bei Anfängern sollten zunächst Schmetterschläge, bei denen Anlaufrichtung und Flugrichtung der Indiaca übereinstimmen, eingeführt werden. Das Erlernen erfolgt zunächst über Schmetterübungen aus dem Stand, dann im Sprung und in der letzten Phase aus dem Anlauf heraus. Die wirksamste Methode Schmetterschläge abzuwehren stellt der Block dar. Die Spieler sollen senkrecht unmittelbar vor dem Netz beidbeinig abspringen. Die Arme werden dabei hochgeführt und es wird versucht, die geschmetterte Indiaca mit beiden Händen abzuwehren.

Regeln

Es wird auf einem 16 m x 6,10 m großen Feld gespielt, das in zwei Hälften für die beiden gegnerischen Mannschaften geteilt ist. Die Netzhöhe beträgt je nach Alter und Geschlecht der Teilnehmer zwischen 2,00 m und 2,35 m. Die Mannschaften bestehen aus je fünf Spielern auf dem Feld und maximal fünf Auswechselspielern.

Der Ball wird durch einen Aufschlag ins Spiel gebracht, indem der Spieler, der in der Position rechts hinten steht, den Ball über das Netz schlägt. Jede Mannschaft darf den Ball maximal dreimal mit Hand oder Arm bis zum Ellbogen berühren und dann zurück in die gegnerische Hälfte schlagen, ohne dass der Ball dabei den Boden berührt. Wenn eine Mannschaft einen Fehler begeht, bekommt die gegnerische Mannschaft einen Punkt und das Aufschlagrecht. Wechselt das Aufschlagrecht von einer Mannschaft zu der anderen, wechseln bei dieser die Spieler um je eine Position im Uhrzeigersinn.

Einen Satz gewinnt die Mannschaft, die zuerst 25 Punkte mit mindestens zwei Punkten Abstand erreicht. Gespielt wird mit zwei oder drei Gewinnsätzen. Außerdem gibt es die Abwandlung, zwei Halbzeiten zu spielen. Ein Spielabschnitt dauert dabei zwischen acht und zehn Minuten.

Bei unseren Wettkämpfen oder auf Zeltlagern, ändern wir allerdings die Regeln in Bezug auf Spielerzahl und Satzgewinnergebnis ab. So wird z.B. mit 6 Spielern pro Mannschaft gespielt und ein Satz geht bis 11 Punkte mit 2 Differenzpunkten.